Radfahren mit Prothese

Text: www.stolperstein.com

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Ein Gefühl von Freiheit: Der medi-Testpatient Peter Tanner berichtet Schritt für Schritt von seiner Vorgehensweise zum Fahrrad fahren mit Prothese.

Als Beispiel nimmt er ein Herrenfahrrad mit Mittelstange und zehn Gangschaltungen. Die rechte Pedale sollen um ca. vier cm mit einem Zwischenstück verlängert werden, um zu vermeiden, dass der Absatz an der Zahnkranzkurbel hängen bleibt. Es kann eventuell nach einigen Übungsstunden auch entfernt werden.

Als Halter für die Fußspitze ist an der Pedale eine handelsübliche Kunststoffschlaufe angebracht und so zurecht geschnitten, dass der Fuß frei - ohne Widerstand - von der Pedale genommen werden kann. Dadurch wird der Fuß beim Treten geführt und fällt nicht von der Pedale. Auf keinen Fall sollte man einen Mitnehmer als Hilfsmittel verwenden, der den Fuß fest mit der Pedale verbindet. Die Gefahr bei einem Sturz ist zu hoch, da man sich nicht mehr rechtzeitig aus dem Mitnehmer befreien und mit dem Fuß abfangen kann. Nun stimmt man die Sattelhöhe auf das Standbein ab. Ein Sturzhelm ist unabdingbar.

Die folgenden Schritte sind zu beachten:

1. Das Standbein sicher und fest auf den Boden stellen. Das Fahrrad auf der Amputationsseite, seitlich vor dem Prothesenbein halten.

2. Die Pedale auf der Amputationsseite auf 11:00 Uhr stellen. Vorder- und Hinterrad fest gebremst halten.

3. Rad mit Mittelstange: Prothesenbein in Streckung bringen, über das Hinterrad schwingen, auf dem Sattel aufsitze.

4. Die Hand auf der Seite des Standbeines bleibt auf der Bremse, während die Hand auf der Amputationsseite das Prothesenbein aus der Streckung löst und auf die Pedale in der 11:00 Uhr Position stellt.

5. Standbein noch fest am Boden stehen lassen und mit beiden Hände wieder an den Lenker fassen. Nun mit dem Standbein anschieben und gleichzeitig mit dem Prothesenbein die Pedale fest nach unten drücken. Sobald das Fahrrad in Schwung kommt, das Standbein auf die Pedale setzen und treten.

6. Mit beiden Beinen abwechselnd treten, dann wird das Fahrrad rollen und rollen....
Größter Gefahrenpunkt - Absteigen: Geschwindigkeit minimieren. Den Schwerpunkt auf das Standbein verlagern, dann das Standbein sicher und fest auf den Boden bringen. Die Hände bleiben an den Bremsen.

7. Noch im Sattel sitzen bleiben. Die Hand auf der Seite des Standbeines zieht weiterhin die Bremse, während die Hand auf der Amputationsseite das Prothesenbein in Streckung bringt. Danach auch mit der rechten Hand wieder die Bremse betätigen. Das Prothesenbein über das Hinterrad abschwingen und auf den Boden bringen.

Diese Beschreibung ist die persönliche Erfahrung von Herrn Tanner. Jeder muss selbst ausprobieren, wie es für ihn am Besten funktioniert.

In unserem Sanitätshaus fertigen wir moderne Prothesen, mit denen Sie auch problemlos wieder fahrradfahren können. Für alle, die sich bei den ersten Versuchen unsicher sind, stehen wir Ihnen in unserer Gehschule sehr gern zur Verfügung.

Für Fragen stehen wir Ihnen unter 0391 6 20 27 26 oder per Mail an kontakt@toc-reha.de jederzeit gern zur Verfügung.

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