Amputation
Als Amputation (lat. Ablatio) bezeichnet man allgemein die Abtrennung eines Körperteils. Dabei gilt es zwischen der Amputation als chirurgischem Eingriff und der Amputation als Verletzung (Folge eines Unfallmechanismus) zu differenzieren. Die Amputation in Form eines ärztlichen Eingriffs wird als letzte Maßnahme durchgeführt, wenn das Leben des Patienten anders nicht zu retten oder eine Heilung des betroffenen Körperteils nicht zu erwarten ist.
Ursachen, die eine solche Amputation seitens des Arztes notwendig machen, können Unfälle, Infektionen, Nekrosen oder Krebserkrankungen sein. Amputationen können in besonders dringenden Fällen vom Notarzt noch an der Unfallstelle vorgenommen werden, etwa wenn auf andere Weise ein schwerst eingeklemmter Patient nicht befreit werden kann. Darüber hinaus werden Amputationen in manchen (meist islamisch geprägten) Ländern auch als Strafe für bestimmte Verbrechen durchgeführt.
Geschichte der Amputation

Bereits vor 3.000 Jahren im alten Ägypten wurden Amputationen vorgenommen. Forscher entdeckten jedoch auf Höhlenmalereien-Bilder Darstellungen von Amputationen von Fingern. Diese Bilder stammen aus der Mittelsteinzeit (8.000-6.000 v. Chr.). Unbekannt ist, ob die Amputation aus medizinischen oder rituellen Gründen stattfand.
Der französische Chirurg Ambroise Paré führte Mitte des 16. Jahrhunderts als erster Amputationen mit Arterienligaturen aus, die die vorher gebräuchliche Kauterisierung ablösten.
Amputation - Statistik
Laut Statistiken von Krankenhäusern, Krankenkassen und des Gesundheitsministeriums, leben in Deutschland ca. 220.000 Beinamputierte.
- Jährlich werden ca. 28.000 Menschen amputiert
- Im Durchschnitt sind die Betroffenen älter als 60 Jahre
- Über 60 Prozent leiden an Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus oder AVK (artielle Verschlußkrankheit)
- Bei 88 Prozent wurde ein Bein und bei 12 Prozent beide Beine amputiert.
Amputationshöhen
Bei jedem einzelnen Betroffenen entscheidet der Arzt darüber, wie viel einer unteren Extremität erhalten werden kann und in welcher Amputationshöhe operiert werden muss. Hier unterscheidet man fünf Amputationshöhen:
- Hemipelvektomie - Abtrennung des Beines mit der zugehörigen Beckenhälfte
- Hüftexartikulation - Absetzung im Hüftgelenk, ohne Durchtrennung eines Knochens
- Oberschenkelamputation - Durchtrennung des Oberschenkelknochens
- Knieexartikulation - Absetzung im Kniegelenk, ohne Durchtrennung eines Knochens
- Unterschenkelamputation - Durchtrennung des Schien- und Wadenbeines

