Erklärung Osteoporose
Die Osteoporose (v. griech. oστÎον = Knochen und lat. porus = Öffnung) ist ein übermäßiger Abbau der Knochensubstanz, der das ganze
Skelett betrifft. Die Krankheit ist daher auch als Knochenschwund bekannt.
Das typische Merkmal der Osteoporose ist eine Abnahme der Knochenmasse und Verschlechterung der Knochenarchitektur, in der Folge der Knochenstabilität, was zu einer erhöhten Gefahr von Knochenbrüchen führt.
Zur Diagnose wird die Knochendichtemessung herangezogen, bei der ein sogenannter T-Wert ermittelt wird. Der T-Wert ist ein statistischer Wert, der einen Vergleich des gemessenen Knochendichtewertes mit der Poulation der jungen erwachsenen Frauen und eine Aussage zum Bruchrisiko ermöglicht.
Der Stellenwert der Osteoporose als Erkrankung ist in den Knochenbrüchen begründet. Hier sind es vorwiegend die Brüche der Wirbelkörper, der Schenkelhälse und in geringerem Umfang auch der Speichen, die eine besondere Bedeutung erfahren.
Die Heilung von Knochenbrüchen bei Osteoporose ist nicht gestört, der Zeitrahmen ist kein anderer als beim jüngeren Menschen. Die Folgen der Brüche können jedoch vor allem beim älteren Menschen sehr nachhaltig sein.
Die Osteoporose ist eine zunächst unmerklich verlaufende Erkrankung, die aber im Fall von Knochenbrüchen, insbesondere bei alten Menschen, eine hohe Krankheitslast (Schmerzen, Bettlägrigkeit, manchmal dauerhafte Immobilisierung) bedeutet und mit jährlich etwa 2,5-3 Mrd. Euro an direkten und indirekten Krankheitskosten in Deutschland auch ein großes volkswirtschaftliches Gewicht hat. Deshalb wurde sie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf die Liste der zehn wichtigsten Erkrankungen gesetzt.
Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Osteoporose. Zur wesentlich häufigeren primären Osteoporose zählen die postmenopausale (oder postklimakterische) Osteoporose und die Altersosteoporose (Involutionsosteoporose). Die sekundäre Osteoporose tritt u.a. als Folge von Stoffwechselerkrankungen oder hormonellen Störungen auf.
Man geht davon aus, dass in Deutschland etwa 30% aller Frauen nach dem Klimakterium an primärer Osteoporose erkranken. Für Männer ist ab dem 70. Lebensjahr die Altersosteoporose ebenso ein häufiges Krankheitsbild.
Ursachen
- familiäre Veranlagung (Verwandte mit Osteoporose)
- Mangel an Sexualhormonen (durch eine Störung des Gleichgewichts zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau kommt es zum Verlust an Knochenmasse); in diese Gruppe gehört auch die postmenopausale Osteoporose und ein Teil der Osteoporose beim Mann.
- bösartige Erkrankungen des Knochenmarks, Plasmozytom, Morbus Kahler, die sich primär in einer rasanten Abnahme der Knochendichte niederschlagen
- Schilddrüsenüberfunktion, übermäßige Cortison-Produktion der Nebennierenrinde (Morbus Cushing)
- Störungen der Nebenschilddrüse Parathyreoidea
- Ernährungsfehler, also Mangel an Calcium und Vitamin D (Calcium gibt dem Knochen seine Festigkeit und Vitamin D regelt die Aufnahme von Calcium aus der Nahrung)
- Untergewicht
- Bewegungsmangel, da Bewegung (insbesondere mit Belastung) die Knochenmasse vermehrt
- Tabakrauch
- übermäßiger Alkoholkonsum
- hochdosierter und regelmäßiger Gebrauch bestimmter Medikamente wie z.B. Cortison (zur Behandlung von Rheuma, Asthma oder Allergien) oder Heparin (zur Hemmung der Blutgerinnung)

