Badeprothesen
Sommerzeit = Bade(prothesen)zeit!
Das Thema Badeprothesen gewinnt immer mehr an Bedeutung und es stellen sich immer wieder die selben Fragen.
Wozu benötige ich eigentlich eine Badeprothese? Kann ich damit schwimmen? Bezahlt meine Krankenkasse diese Prothese?

Wenn man sich vorstellt, dass man in den Urlaub fährt, vielleicht auch mal ans Meer. Dann freut man sich meistens auch auf den schönen Strand und das erfrischende Meer. Aber was ist, wenn man amputiert ist?
Dann werden die schönen Meeresgedanken häufig von dem Gedanken getrübt, wie kompliziert baden gehen sein kann. Entweder man wählt den schwierigen Gang durch den Sand mit Stützen oder man hüpft einbeinig ins kühle Nass. Wie oft möchte man einfach etwas baden oder auch mal mit den Kindern oder dem Partner/Freunden etwas Frisbee oder Ball im Meer spielen? Mit Stützen hat man dann keine Hand zum Spielen frei, ohne Stützen steht man schon bei leichtem Wellengang wackelig und es ist auf Dauer auch anstrengend . Und zum Schwimmen ... müssen die Stützen immer wieder von einer zweiten Person an Land gebracht und wieder geholt werden.
Kann man mit dieser Prothese schwimmen?
Die Antwort ist ja ... aber besser und freier kann man eigentlich immer ohne Prothese schwimmen, wenn man vom Schwimmen zur Verbesserung der Fitness redet. Wenn man jedoch von folgenden Sachen träumt, ist eine Badeprothese genau das Richtige.
Wie schön wäre es, wieder auf zwei Beinen ins Meer zu gehen, sich abzukühlen, kurz schwimmen, spielen oder einfach mal beim Strandspaziergang mit den Füßen durch das Wasser laufen? Oder vom Hotelzimmer schon auf zwei Beinen zum Pool zu gehen, etwas baden, Wasserfitness mitmachen, sich sonnen ... und das alles ohne Stützen oder einbeinigem Hüpfen?
Was ist mit sportlichen Aktivitäten wie Kanufahren, Segeln, Rudern, ...? Macht man oft nicht mit Prothese, weil man beispielsweise mit einem hochwertigen Kniegelenk versorgt ist und man Angst hat, dass die Prothese nass werden könnte. Zu Recht.
Das alles ist aber möglich - mit einer sogenannten Badeprothese.
Aber auch hier gibt es Unterschiede.
Es gibt die "ganz einfache" Hartschalen- Prothese. Diese ist für unterschenkelamputierte Menschen gut geeignet.
Für Menschen mit einer Oberschenkelamputation ist diese Versorgung nur zum Duschen (im Schwimmbad) von Nutzen, da sie beim Baden einen zu starken Auftrieb hat. Somit ist sogar das Gehen im Wasser schon sehr schwer. Auch an Land bereitet das Gehen mit dieser Prothese Schwierigkeiten, da dieses einfache Kniegelenk keine Funktion zur Schwungphasenunterstützung besitzt.
Für Menschen, die sich nach all dem sehnen, was oben beschrieben wurde, stellen wir Prothesen mit einem Allround - Knie her, womit all das wieder möglich ist.
Diese Prothesen sind zugegebenermaßen kein kosmetisches Highlight, da sie für ihre Funktion als Badeprothese nicht verkleidet werden sollten, da man sonst Schwierigkeiten hat, sich im Wasser gegen die Strömung vorwärts zu bewegen oder zu schwimmen (Auftrieb). Aber sie erfüllen ihren Zweck - sehr gut.
Für die Wege zum Strand oder Pool können wir auf Wunsch jedoch eine abnehmbare Unterschenkelkosmetik herstellen.
Das Salz- und Süßwasserfeste Allround - Knie kann durch einen Arretierungsstift im Wasser unkompliziert festgestellt werden, so dass man ohne Schwierigkeiten im Wasser gehen und sicher stehen kann.
Weiterhin besitzt dieses Kniegelenk eine hydraulische Schwungphasensteuerung, was einen annähernd physiologischen Gang ermöglicht.
Das Gelenk muss an Treppen oder Schrägen wie bei herkömmlichen mechanisch gesteuerten Gelenken selbst gesichert werden.
Laut Gesetz steht jedem Amputierten eine Badeprothese zu. Von den Krankenkassen sind damit wahrscheinlich die einfachen Hartschalen - "Duschprothesen" gemeint. Diese wasserfeste Allround-Prothese ist etwas kostenintensiver. Manche Krankenkassen übernehmen diese Versorgung ohne Probleme. Ansonsten könnte man eventuell über eine Zuzahlung nachdenken.
Wenn Sie Interesse an einer Badeprothese für Ihren nächsten Strandbesuch haben, sprechen Sie uns an! Wir helfen Ihnen gern.
kontakt@toc-reha.de oder unter Tel. 0391 6 11 17 43.
Otto Bock Aqualine
Mit der Aqualine hat Otto Bock nun eine umfassende Produktfamilie, die zahlreiche wasserfeste Prothesenkomponenten wie Kniegelenke, Füße sowie diverse wasserfeste Bau teile wie Ventile, Shuttle Locks und Liner umfasst. Die Passteile ermöglichen die Herstellung einer wasserfesten Gehhilfe in Modular- oder auch in Schalenbauweise. Die neuen, wasserfesten Bauteile des Modularsystems sind für Amputierte bis 150 kg Körpergewicht geeignet und wurden speziell für die Anforderungen im Nass bereich optimiert.
Mit dem 3WR95 Aqua-Knie steht nun ein modulares Kniegelenk auf Basis des bewährten monozentrischen 3R95 Prothesenknies zur Verfügung. Es zeichnet sich durch seine kompakte und leichte Konstruktion aus. Mittels der Miniatur-Hydraulik kann die Schwungphase auf die individuellen Bedürfnisse eingestellt werden. Eine zusätzlich integrierte Sperre erlaubt es, dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis im Nassbereich gerecht zu werden. Die Sperre kann bei Bedarf leicht durch den Amputierten über das Betätigen eines Schalthebels aktiviert werden. Bei permanent aktivierter Sperre können zudem auch Amputierte der Mobilitätsgrade 1 und 2 das 3WR95 nutzen.
Für die Prothesenerstellung in Hartschalentechnik sind weiterhin die bewährten Kniegelenksklassiker 3K5 und 3K9 erhältlich.
Im Nassbereich ist die Rutschgefahr besonders groß. Daher wird mit dem 1WR95 Aqua-Fuß ein Prothesenfuß geboten, der in besonderem Maße rutschgehemmt ist. Der Fuß mit erhabenem, rasterförmigem Sohlenprofi l hat aufgrund seiner speziellen Materialkomposition und Formgebung eine äußerst gute Bodenhaftung. Er überzeugt durch seine natürliche Formgebung mit ausgeformten Zehen und abgespreizter Großzehe. Damit wird er den hohen kosmetischen Ansprüchen an eine wasserfeste Gehhilfe gerecht und ermöglicht sogar das Tragen von Flip Flops.
Der Kern des 1WR95 Aqua-Fußes besteht im Wesentlichen aus einer robusten Multiplexstruktur wie sie auch im Schiffsbau häufig verwendet wird. Der Fuß ist ab Werk gegen das Eindringen von Wasser versiegelt und in zwei Varianten erhältlich: Die eine Variante wird ohne Adapter geliefert und eignet sich für die klassische Schalenbauweise. Die andere Variante für die Modularbauweise ist mit einem hochwertigen Titan-Adapter ausgestattet.
Verschiedene korrosionsbeständige Adapter stehen für die Verbindung von Aqua-Knie, Aqua-Fuß und Schaft zur Verfügung. Kleine Schlitze in den Justierkernaufnahmen ermöglichen ein Fluten des Rohrskeletts bei Betreten des Wassers und reduzieren so den Auftrieb des Prothesenbeins. Zur Schaftgestaltung stehen mehrere wasserfeste Bauteile zur Verfügung - vom Ausstoßventil Push Valve bis hin zur Linerversorgung.
Bilderserie "Otto Bock Aqualine"
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